ChatGPT Prompts: 750 Befehle für 39 € – und was für Bilder fehlt

0
Abstraktes Raster leuchtender Karten, die eine große wiederverwendbare Prompt-Sammlung andeuten

„Verzehnfache deine Produktivität & Provisionen“ – dieser Satz steht auf der Verkaufsseite der ChatGPT Befehls-Bibel. Das eine ist ein realistisches Versprechen, das andere ist es nicht. Ich habe die Seite, das Bestellformular und den Anbieter geprüft und sortiere, was von den 750 Power-Anweisungen übrig bleibt.

Prüfungsumfang: Ich habe die Verkaufsseite, das Digistore24-Bestellformular (Produkt 518297), die Nachfolge-Version (Produkt 683554) und die Anbieter-Angaben gelesen. Das E-Book habe ich nicht gekauft und nicht gelesen; alle Inhaltsangaben unten stammen aus den Angaben des Anbieters.

Was in der Befehls-Bibel steckt – laut Anbieter

Es ist ein PDF-E-Book mit Prompts, keine Software und kein Abo. Der Lieferumfang auf der Verkaufsseite:

  • 750 Power-Anweisungen zum Kopieren (die Nachfolge-Version 2.0 nennt über 3.500),
  • ein Notion-Template, in dem die Prompts und Stile vorsortiert liegen,
  • „ständige Aktualisierungen“, also laufend nachgelieferte Prompts,
  • „Erfolgsgeschichten“ und eine „Qualitätsgarantie“ – beides Marketing-Begriffe, keine überprüfbaren Merkmale.

Der Nutzwert eines Prompt-Nachschlagewerks liegt nicht in der Zahl, sondern in der Sortierung. 750 Prompts, die nach Anwendungsfall geordnet und mit Ziel, Kontext und Format hinterlegt sind, sparen echte Zeit. 750 Prompts als ungeordnete Liste sind ein PDF, in dem du suchst, was du auch selbst schreiben könntest. Ob die Sortierung im vorliegenden Fall trägt, kann ich ohne Kauf nicht beurteilen – das ist die entscheidende offene Frage, und sie lässt sich nur mit dem Rückgaberecht beantworten.

Preise: es gibt zwei Produkte

Version Inhalt laut Anbieter Preis im Bestellformular
ChatGPT Befehls-Bibel (Produkt 518297) 750 Power-Anweisungen, Notion-Template, Updates 39,00 € (regulär 69 €), Einmalzahlung
ChatGPT Befehls-Bibel DELUXE (Produkt 683554) 3.500+ Anweisungen, Notion-Template, Anfänger-Tutorial, „persönliche KI-Mitarbeiter“ 69,00 € (regulär 199 €), Einmalzahlung

Beide Preise habe ich in den Digistore24-Bestellformularen selbst gelesen – nicht auf der Landingpage, deren Countdown und Rabattangaben sich nicht unabhängig prüfen lassen. Auf dem Bestellformular der Version 2.0 steht zusätzlich „nur für kurze Zeit“ und ein Countdown-Text („nur noch 13 Stück“). Solche Knappheit ist bei Infoprodukten die Regel und kein Beleg für einen echten Ablauf. Maßgeblich ist der Preis, der im Bestellformular steht, wenn du klickst.

Der Hype-Check

Hier muss ich klar sein, weil dieser Satz auf der Startseite steht: „Entdecke Anwendungsfälle, die den Meisten verborgen bleiben und die deine Produktivität & Provisionen VERZEHNFACHEN (10x).“ Die Verzehnfachung deiner Provisionen kann kein E-Book leisten. Ein Prompt verändert, wie schnell du Text produzierst – er verändert nicht, wie viele Menschen dein Angebot kaufen. Diese Verbindung ist genau die Art von Einkommensversprechen, die in diesem Markt Schaden anrichtet, und sie gehört nicht in eine Produktempfehlung übernommen.

Was dagegen tatsächlich plausibel ist: Zeitersparnis beim Formulieren. Und was auf der Seite ebenfalls ehrlich steht: „Ergebnisse müssen geprüft werden. Inhalte brauchen menschliche Kontrolle. Blindes Kopieren ist keine Lösung.“ Das ist ein guter Satz – er widerspricht allerdings dem Versprechen auf der Startseite.

Ein weiterer Punkt, der beim Prüfen auffällt: Die Kundenbewertung „4,8 / 5 Sterne (373)“ steht auf der Verkaufsseite. Ich habe das nicht gegengeprüft; unabhängige Bewertungsprofile zum Anbieter existieren, aber mit deutlich kleinerer Stichprobe. Behandle die 373 als Angabe der Seite, nicht als Messwert.

Wer dahinter steht

Anbieter ist Florian Schäfer aus Querfurt, laut eigener Vita seit 2012 im Online-Marketing, mit mehreren digitalen Produkten (E-Books, Videokurse, Mitgliederbereich) und einem YouTube-Kanal zum Thema. Es gibt ein vollständiges Impressum und eine nachvollziehbare Unternehmensadresse. Das ist für die Kaufentscheidung relevanter als jede Sternezahl: Bei einem 39-Euro-Produkt ist die Frage nicht, ob der Anbieter der beste Prompt-Autor ist, sondern ob du im Streitfall jemanden erreichst.

Die Abwicklung läuft komplett über Digistore24 – Rechnung, Widerruf und Support laufen über die Plattform, nicht über den Anbieter direkt. Der Anbieter ist über den Digistore24-Marktplatz partnerfähig; ich habe den Partnerlink mit meiner eigenen Affiliate-ID und einem Campaignkey auf die Verkaufsseite durchgeklickt und die Zuordnung funktioniert. Eine Sonderfreigabe war nicht nötig.

Was 39 € in diesem Markt bedeuten

Ein Prompt-E-Book für 39 € liegt genau in der Preisklasse, in der Menschen tatsächlich klicken – und es liegt in der Klasse, in der der Fehlkauf verkraftbar bleibt. Das ist der eigentliche Grund, warum ein Test überhaupt sinnvoll ist. Bei einem 249-Euro-Abo mit 49 € monatlich, wie es im selben Umfeld angeboten wird, wäre die Antwort eine andere: Laufende Kosten bauen eine andere Erwartung auf als eine Einmalzahlung von 39 €.

Selbst gebaut oder gekauft – der Vergleich

Die entscheidende Frage ist nicht „ist das gut?“, sondern „brauche ich das?“. Ein Prompt-Nachschlagewerk gewinnt gegen die Alternative selbst bauen nur bei einem von zwei Nutzertypen:

  • Kaufen lohnt sich, wenn du Prompts als Vorrat brauchst – für Content, E-Mail-Serien, Landeseiten – und nicht Wochen in den Aufbau eines eigenen Systems stecken willst. 39 € gegen mehrere Abende Bastelei ist eine klare Rechnung.
  • Selbst bauen lohnt sich, wenn du deine fünf wichtigsten Aufgaben kennst. Für fünf wiederkehrende Formate brauchst du keine 750 Vorlagen, sondern fünf saubere Strukturen – und die schreibst du in einer Stunde.

Der Mittelweg, den ich für die Praxis empfehle: Nimm die Vorlagen als Startpunkt und passe jede an deinen Fall an. Ein Prompt, den du einmal an dein Angebot angepasst hast, ist mehr wert als dreißig, die du nur kopierst.

Prompts für Bilder: der Teil, den eine Textsammlung nicht abdeckt

Nach „ChatGPT Prompts“ ist „Prompts für Bilder“ die zweitgrößte Suchgruppe in diesem Feld – und genau hier endet die Reichweite der Befehls-Bibel. Ihre 750 Anweisungen sind laut Umfang Textanweisungen; Bild- und Videoprompts sind nicht der Schwerpunkt. Wer Bilder erzeugen will, braucht eine andere Struktur als für Text, und die lässt sich in fünf Bausteinen notieren.

Baustein Was hineingehört Beispiel
Motiv Was zu sehen ist – Person, Objekt, Szene, Handlung „eine Werkbank aus Eichenholz, Nahaufnahme“
Stil Fotografie, Illustration, 3D, Aquarell – plus Referenzepoche „Produktfotografie, weiches Studiolicht“
Kamera Perspektive, Brennweite, Schärfentiefe „50-mm-Objektiv, geringe Schärfentiefe“
Licht & Farbe Tageszeit, Lichtrichtung, Palette, Stimmung „warmes Seitenlicht, gedeckte Erdtöne“
Format Seitenverhältnis und Ausschnitt „16:9, Motiv rechts, links Freiraum“

Wichtig für die Praxis: Bildmodelle arbeiten mit derselben Logik wie Textmodelle, aber mit anderer Gewichtung. Negativangaben („kein Text im Bild, keine Logos, keine Wasserzeichen“) sind bei Bildern so wichtig wie bei Texten die Rollenvorgabe – und Text im Bild bleibt die häufigste Fehlerquelle, auch bei den aktuellen Modellen. Für Titel, Preise oder Pflichtangaben solltest du Schrift später selbst setzen und nicht generieren lassen.

Der Kostenpunkt gehört dazu: Ein fotorealistisches Bild ist nicht in jedem Tarif kostenlos. „KI-Avatar erstellen kostenlos“ ist eine der häufigsten Zusatzsuchen in diesem Umfeld, und die ehrliche Antwort lautet: Die Gratis-Stufen der Bilddienste reichen zum Ausprobieren, für konsistente Ergebnisse über mehrere Motive hinweg brauchst du meist ein Abo. Wer die Prompt-Struktur oben einmal beherrscht, braucht dafür keinen 39-Euro-Vorrat – wohl aber für Textformate, und genau dort liegt der Nutzen der Befehls-Bibel.

Für wen sich der Kauf lohnt – und für wen nicht

  • Lohnt sich, wenn du ChatGPT regelmäßig beruflich nutzt, Formulierungsarbeit viel Zeit kostet und du eine sortierte Sammlung als Ausgangspunkt willst – Einmalzahlung, kein Abo, 39 €.
  • Lohnt sich, wenn du die umfangreichere 2.0 mit 3.500 Prompts brauchst: 69 € einmalig sind gegen vier Abo-Monate einer Textsoftware gerechnet günstig.
  • Lohnt sich nicht, wenn du ein Einkommen erwartest. Der Anbieter verspricht „10x Provisionen“; das kann das Produkt nicht halten – es beschleunigt Textarbeit, es verkauft nichts.
  • Lohnt sich nicht, wenn du schon ein System hast. Ein zweites Nachschlagewerk löst kein Problem, das du nicht mehr hast.
  • Lohnt sich nicht, wenn du Video- oder Bild-Prompts suchst. Laut Umfang geht es um Textanweisungen – die Prompt-Struktur für Bilder steht weiter oben in diesem Beitrag kostenlos.

Zur Verkaufsseite mit Preis im Digistore24-Bestellformular: ChatGPT Befehls-Bibel ansehen »

Affiliate-Hinweis: Der gekennzeichnete Link ist ein Partnerlink. Kaufst du darüber, erhalte ich eine Provision; für dich ändert sich der Preis dadurch nicht.

Weiterlesen: Was ein 37-Euro-Prompt-Workbook im Detail kann, wie ich KI-Textwerkzeuge für Newsletter einordne und wie sich KlickTipp, CleverReach und Brevo im Vergleich schlagen.

Häufige Fragen

Was kostet die ChatGPT Befehls-Bibel?

39,00 € als Einmalzahlung für die Version mit 750 Prompts (regulärer Preis laut Seite 69 €). Die erweiterte DELUXE-Version mit 3.500+ Prompts kostet 69,00 € (regulär laut Seite 199 €). Beide Preise stammen aus dem Digistore24-Bestellformular, Stand 5. Oktober 2026.

Ist das ein Abo?

Nein. Beide Versionen sind digitale E-Books als Einmalzahlung mit Sofort-Download.

Stimmt es, dass ich damit meine Provisionen verzehnfache?

Nein. Dieses Versprechen steht auf der Startseite, ist aber nicht haltbar: Ein Prompt beschleunigt Textarbeit, er erhöht nicht die Zahl deiner Käufer. Die Verkaufsseite selbst schreibt an anderer Stelle korrekt, dass Ergebnisse geprüft werden müssen und blindes Kopieren keine Lösung ist.

Brauche ich ein ChatGPT-Abo?

Laut Anbieter brauchst du für die Arbeit mit den Prompts kein Abo; die Anweisungen laufen in der regulären ChatGPT-Nutzung. Genaueres steht im Angebot selbst.

Habe ich das Produkt selbst getestet?

Nein. Ausgewertet wurden Verkaufsseite, Bestellformulare, Anbieterangaben und eigene Erfahrung mit diesem Markt. Eine Nutzung wird nicht behauptet.

Quellen

  • [1] florianschaefer.de/chatgpt-befehlsbibel/ – Verkaufsseite ChatGPT Befehls-Bibel: Umfang (750 Anweisungen), Notion-Template, Bewertungsangabe, Versprechen – abgerufen 5. Oktober 2026
  • [2] Digistore24-Bestellformular Produkt 518297 (ChatGPT Befehls-Bibel, 39,00 €) und Produkt 683554 (DELUXE, 69,00 €) – abgerufen 5. Oktober 2026
  • [3] Anbieterangaben über Digistore24 (Produktbeschreibungen, Partnerprogramm) – abgerufen 5. Oktober 2026
Passend dazu
Hol dir den KI-Tools-Starterguide

Kostenlos, 12 Seiten, ohne Werbesprache: die Reihenfolge, in der du KI-Werkzeuge sinnvoll einführst.

Mit deiner Anmeldung stimmst du dem Versand des kostenlosen PDF-Ratgebers und von fünf kurzen E-Mails zu KI-Tools, Kosten und praktischen Abläufen zu. Hinweise zur Verarbeitung deiner Daten findest du in der Datenschutzerklärung. Der Versand erfolgt über Brevo. Abmeldung jederzeit möglich.

Trend-Produkt AI
Logo